EZB-Zinserhöhung - Ein wichtiges Signal für Inflationserwartungen

Shownotes

Die Zinserhöhung der EZB ist primär als Signal zur Stabilisierung der Inflationserwartungen und Stärkung der geldpolitischen Glaubwürdigkeit zu interpretieren. Denn Inflationserwartungen haben sich seit Ausbruch des Krieges zunehmend vom Inflationsziel entfernt und orientieren sich mehr an aktuellen Preisschocks. Aus dieser Sicht war der heutige Zinsschritt absolut notwendig.
Nach vorne schauend bleibt entscheidend, ob die konjunkturelle Eintrübung ausreichend sein wird, um Zweitrundeneffekte aus dem Preisschock zu begrenzen. Auch ist wichtig, dass schwache Konjunkturdaten die Inflationserwartungen und damit auch das lange Ende der Zinskurve zunehmend beeinflussen werden. Sonst ist mit einer weiteren Zinsanhebung – voraussichtlich im September – zu rechnen. Überzeugt hingegen die konjunkturelle Abkühlung, ergibt sich wenig weiterer Handlungsdruck für die EZB.

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00:00:03: Gemeinsam Wirtschaft gestalten.

00:00:06: Der IKW Podcast zu Konjunktur, Branchen und Investitionen.

00:00:14: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge Gemeinsam Wirtschaft gestalten, heute mit Karolin und mir Arwen.

00:00:21: Heute wollen Karolin & ich uns ein wenig über den gestrigen EZB-Zins entscheiden die gestrige Leitzinsanhebung austauschen und das Ganze ein wenig einordnen.

00:00:30: Wir haben ja schon häufiger darüber gesprochen dass wir davon ausgehen dass die steigenden Ölpreise in folge des Iran Konflikts sich in der Eurozone in Wirtschaft doch deutlich zeigen und die konjunkturelle Dynamik und somit auch die Gefahr von zweitrunden Effekten, was die Inflation angeht überschaubar ist.

00:00:49: An solchen Umfeld wäre also eine restriktivere Geldpolitik nicht erforderlich.

00:00:54: Anders wird es aussehen wenn die europäische Wirtschaft sich dann letzten Endes als Bewuster erweisen würde als aktuell von auszugehen ist.

00:01:03: Dann wäre grundsätzlich die Gefahre von zweiterunden Effekt durch höhere Löhne und eine schnelle Weitergabe der Kosten gegeben gegebenenfalls mit einer restriktiveren, ehepolitischen Ausrichtung reagieren.

00:01:17: Die BIP-Zahlen haben allerdings eine solche Dynamik nicht erkennen lassen.

00:01:21: Wir hatten im ersten Quartal annualisiert wenn wir Irland rausrechnen, Irland war ein Sondereffekt also die waren... Staat negativ und haben das Ganze deutlich nach unten gezogen.

00:01:32: Aber wenn wir hier ausrechnen, dann haben wir ein annualisiertes Wachstum von rund einem Prozent gesehen mit ihr Landwarns Minus null Komma zwei Prozent aber egal wie bis drehen.

00:01:41: die liegen damit deutlich unter dem Potenzialwachstum der Eurozone.

00:01:45: aus realwirtschaftlicher Sicht ist eine geldpolitische Reaktion, also nicht zwangsweise erforderlich.

00:01:50: Natürlich wäre es wünschenswert wenn wir in einer Situation in der ein solcher Preisschock auf die Weltwirtschaft trifft Wenn eine Zentralbank da in der Lage wäre einfach durch den Schock durchzuschauen und auf die realwirtschaftlichen Reaktionen zu warten.

00:02:04: Allerdings sehen wir auch, dass in Folge des Iran-Konflikts Inflationserwartungen, die langfristigen Inflationerwartung deutlich zugenommen haben.

00:02:13: Die zehnjährige Renditen haben deutlich zugenommen Also die Sensitivität von Renditen auf Überpreisveränderungen.

00:02:19: Wir hatten nach Ausbruch des Kriegs Ende Februar deutlich zubenommen Und das ist ja erstmal überraschend Denn wir betrachten hier langfristig verankerte InflATIONS Erwartungen kurzfristige Ölpreisentwicklung.

00:02:32: Und da wäre ja erst mal nicht davon auszugehen, dass da ein gewisser Gleichlauf existierte.

00:02:37: Die sollten vollkommen unabhängig sein denn wie mit dem Beton wenn im zwei Prozent sie sollte ja die langfristigen Inflationserwartung bei zwei Prozent liegen.

00:02:46: aber gerade nach den Corona-Jahren ist die Verankerung der langfristige Inflationerwartungen ins Wanken gekommen Denn was wir in der Corona-Kandemie gesehen haben war eine Verkettung von Folgen aus, insbesondere aus der Niedrigzins.

00:02:59: Wir hatten niedrige Zinsen, wir hatten massive Ankaufprogramme der EZB.

00:03:04: Also viel Geld in die Wirtschaft gepumpt und in einem solchen Umfeld natürlich dann wenn der Funken der Inflationsfunken kommt.

00:03:10: Dann liegt Gefahr von zweitrundigen Effekten doch immens!

00:03:13: Und das haben wir auch gesehen.

00:03:14: Die Inflation ist stark angestiegen.

00:03:16: Wir hatten sehr hohe Inflitionsraten.

00:03:19: Das hat das Vertrauen in das Inflacionstil der EZZB und das Handeln der Ezzb in Folge temporärer Inflierungsanstiege ins Wanken gebracht.

00:03:28: Die EZB hat relativ spät reagiert und damit zugelassen, dass die Inflation dann eine entsprechende Dynamik aufgewiesen hat.

00:03:35: Und so ist es aus unserer Sicht, damit die Zentralbank weniger ereignisgetrieben agieren kann eigentlich erforderlich das auch das zwei Prozentziel mal unterschritten wird um da einfach eine Glaubwürdigkeit zu erreichen und die langfristigen Inflationserwartungen wieder zu stabilisieren.

00:03:52: also die EZP muss proaktiv reagieren nicht reaktiv und das hat sie jetzt getan.

00:03:57: insofern ein wichtiges Signal für die Märkte, für die langfristigen Inflationserwartungen und aus unserer Sicht erforderlich.

00:04:03: Auch wenn wie ich gerade betont habe die Gefahr von zweitrunden Effekten überschaubar ist und aus Sicht der konjunkturellen Dynamik eine restriktive Geldpolitik nicht unbedingt erforderliche wäre.

00:04:14: Ja und vor diesem Hintergrund ist es Caroline interessant was lagart für einen Finton?

00:04:20: Was die EZB-Fintonen im Rahmen ihrer Pressekonferenz angeschlagen hat.

00:04:24: Es wurden ja auch Prognosen fahreffentlicht zu den aktuellen Entwicklungen sagt und wie sind da die Erwartungen im Blick nach vorne?

00:04:32: Ja,

00:04:32: also in der Pressekonferenz hat Präsidentin Lagarde natürlich das Inflationszieh von zwei Prozent noch einmal betont.

00:04:39: In Verbindung mit der Entschlossenheit der EZB dann auch entsprechend zu handeln.

00:04:45: Lagarde will keinen Zweifel aufkommen lassen dass die EZ B handeln wird wenn es Erforderlich ist, mit dem aktuellen Zinsschritt von heute sieht sich die EZB gut positioniert um geeignet reagieren zu können.

00:04:59: da eben die Aussichten im Folge des Iran-Krieges nach wie vor von erheblicher Unsicherheit geprägt ist.

00:05:06: Der heutige Zinsentscheid wird als robust angesehen für verschiedene Szenarien, also wie sich der Krieg entwickeln und den Euroraum beeinflussen wird.

00:05:16: Die Entscheidung passt sowohl zu einem adversen Szenario als auch zu einem milderen Szenarium was die EZB jetzt neu gerechnet hat.

00:05:25: Zur Risikoeinschätzung es bestehende natürlich vor allem Aufwärtsrisiken für die Inflation im Zuge des Krieges sowie Abwärzrisiken fürs Wirtschaftswachstum.

00:05:36: Die Gesamtfolgen des Kriegs, für Inflations- und Wachstums werden von der Intensität und der Dauer des Energiepreisschocks sowie vom Ausmaß seiner indirekten Auswirkungen und zweiteren Effekte abhängen.

00:05:52: Die EZW wird daher das wurde auch betont weiterhin einen datengetriebenen Ansatz und von Sitzung zu Sitzungen entscheiden.

00:06:01: Bei der Fragerunde hat sich Lagarde doch etwas schwergetan, den Zinsschritt zu begründen weil sie letztendlich nicht zugeben kann dass aktuell die Inflationserwartung dass die ECB die Installationserwartung aktuell nicht im Griff hat.

00:06:19: Von daher wurde weiterhin immer betont, man handelt weiterhin Daten getrieben von Sitzung zu Sitzungen.

00:06:26: Ja dann zu den EZB-Prognosen, zu den neuen Prognosen wurden erneut revidiert etwas überraschend.

00:06:35: Die BIP für Wachstumsprognosen werden nur geringfügig abwärts revidieren.

00:06:40: vor Null Komma Neun auf Null Koma Acht Prozent da dieser Irlandeffekt erwähnt, aber bei diesen Prognosen kann eigentlich der Irland Effekt nicht berücksichtigt worden sein.

00:06:53: Also zum Hintergrund Euro.

00:06:55: statt hat die BIP Das BIP-Wachstum im ersten Quartal deutlich abwärts revidiert.

00:07:00: Man hatte vorher ein Mini-Plus von Null, Prozentquartals, Backstum und hat das revidieren auch minus Null Komma zwei Prozent Und der Grund hierfür ist eben Irland gewesen.

00:07:11: Hier kommt es immer öfters mal zu zu deutlichen Verzerrungen.

00:07:14: Irland hat seine Wachstumsprognose von Minus Zwei auf Minus zwölf Prozent nach unten revidiert und von daher ist es im Eurorraum zu einer Schrumpfen gekommen.

00:07:24: in den Prognosen kann eigentlich dieser Effekt noch nicht berücksichtigt worden sein.

00:07:30: Aber grundsätzlich ist das auch egal, die EZW-Prognosen sind im laufenden Jahr bis Wachstum und dann ein Prozent zwei Prozent im nächsten Jahr zeigen doch nur moderates wachstums In der Eurozone, also schwach bis moderates Wachstum und in den nächsten Monaten ist ja auch eher von einer schwächeren Entwicklung auszugehen.

00:07:52: Von daher von konjunktureller Seite ist eigentlich kein fundamentaler Preisdruck zu erwarten.

00:07:59: Zwei drunden Effekte bei so einem schwachen Wachstem sind eigentlich eher zu vernachlässigen.

00:08:06: Dennoch hat die EZW vor allem ihre Inflationsprognosen relativ deut... nach oben korrigiert.

00:08:13: Die Verbraucherpreisinflation zog ja im Mai erwartungsgemäß auf drei Komma zwei Prozent an und die EZB hat jetzt für zwanzig sechsundzwanzig ihre Inflationsprognose von zweikammer sechs auf dreikammernohle erhöht, und im nächsten Jahr zwanzich sieben zwanzzig von zwei Komma Null auf Zweikommer Drei Prozent.

00:08:33: also hier sieht man schon dass die EZB-Inflationsrisiken sieht mit diesen Prognosen.

00:08:41: Schwaches Wachstum, XXXVII und höhere Inflationen in XXXII, XXVII.

00:08:47: vor allem XXXI ist hier von Interesse.

00:08:50: Mit diesem Prognos hat sich die EZP Ja, eigentlich alle Optionen offengehalten.

00:08:56: Von daher auch die komfortable Situation, dass man sich gerüstet sieht für alle Szenarien, für ein milderes Szenario also wenn der Krieg jetzt nicht so lange dauern sollte und auch für ein adverses Szenarium.

00:09:10: Also die Option sind offen Die Zinsen noch in diesem Jahr zu erhöhen oder eben auch auf nichts zu tun bleibt heute festzuhalten.

00:09:20: Zum Abschluss die Anhebung der Leitzinsen um fünfzwanzig Basispunkten, so wie es ja natürlich auch erwartet wurde.

00:09:27: Das war der richtige Schritt aber nicht aus unserer Meinung aufgrund der jüngst gestiegenen Inflationsraten sondern vor allem mit Blick auf die erhöhten Infrationserwartungen.

00:09:38: Der Einlagenzins Satz liegt damit am oberen Rand das von der EZB als neutral errichtet.

00:09:46: Er achteten Intervalls von ... also am unwocheren Rand.

00:09:52: Die EZB-Politik ist damit immer noch neutral ausgerichtet und deswegen fühlst du sie eben auch sehr, sehr komfortabel.

00:09:59: Also fundamental aus unserer Sicht war dieser Zinsschritt nicht nötig aber es gilt Inflationserwartungen wieder einzufangen.

00:10:07: Ja, damit ein schönes Wochenende!

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