Iran-Konflikt – Perspektiven für Weltwirtschaft und Geldpolitik
Shownotes
In Folge des Iran-Konflikts zeichnet sich eine deutliche Risikoaversion auf den Märkten ab. So kam es neben Korrekturen auf den Aktienmärkten und einem Ölpreisanstieg von um die 18% auch zu einem Anstieg der 10-jährigen US-Renditen sowie einer Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Das spiegelt die steigenden Inflationserwartungen für die USA wider, die als Nettoexporteur von Öl zwar nicht von Öl aus dem persischen Golf abhängen, deren Volkswirtschaft sich dennoch mit den global ansteigenden Rohölpreisen konfrontiert sieht. Sollte der Konflikt andauern, wäre ein Stagflationsszenario wahrscheinlich. Dahingegen würde ein andauernder Konflikt die Produzentenpreise Chinas in die Höhe treiben, was, neben der erwartbaren Abnahme der globalen Wachstumsdynamik, eine Ausweitung der chinesischen Produktionsüberkapazitäten bedingen würde. Auch wenn die steigenden Ölpreise kurzfristig einen Anstieg der Inflation mit sich bringen, sind Zweitrundeneffekte in Folge der resultierenden globalen Wachstumseintrübung selbst in einem Worst-Case Szenario unwahrscheinlich. Daher ist für die Eurozone weiterhin von einer neutralen Geldpolitik auszugehen, wobei auch im Fall eines Andauerns des Konflikts eher Raum für eine Zinssenkung als für Zinsanhebungen gegeben sein sollte.
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