Welthandel: Verschiebung statt Fragmentierung

Shownotes

Die in Folge der protektionistischen US-Politik entstandenen wirtschaftspolitischen Spannungen zeigen bislang keinen Einbruch des Welthandels. Allerdings deuten die Daten zur globalen Exportentwicklung auf eine Verschiebung der Exportströme. Für China zeigt sich, dass ein deutlicher Rückgang der Exporte in die USA infolge der US-Importzölle. Dementgegen steht eine Intensivierung der Exportströme nach Europa, Südostasien, Lateinamerika und Afrika. Der Rückgang im US-Markt wird somit weitgehend durch eine Diversifizierung der Absatzmärkte kompensiert. Die Folge ist weniger eine Abnahme der chinesischen Exportleistung, sondern deutet auf eine geographische Reallokation hin. Auch für die deutschen Exporte steht die Abnahme der Exporte in die USA einer Zunahme der binneneuropäischen Exporte entgegen. Für Europa impliziert diese Umlenkung einen steigenden Wettbewerbsdruck, da chinesische Überkapazitäten verstärkt auf alternative Märkte drängen. Dies untermauert das Erfordernis einer investitionsfreundlichen und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit fördernden Wirtschaftspolitik in Deutschland und Europa.

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